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Mein «Warum» – wie aus mir wurde, wer ich heute bin

Dies ist meine Geschichte. Sie handelt von Entscheiden, die mir einfach fielen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung, der tief in meinem Innern schlummerte. Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die beides wollte: Mehr Freiheit für ihre Familie und mehr Freiheit für sich.

Selbständig. Ich? Warum eigentlich nicht! Ich brauchte noch nie lange, um mich zu entscheiden.* Tatsächlich kann ich mich nicht einmal an den konkreten Moment erinnern, in dem bei mir der Schalter umgelegt wurde. Der Entschluss fiel spontan. Nie hatte ich zuvor darüber nachgedacht, mein eigenes Business auf die Beine zu stellen. Und doch glaube ich heute fest daran: Ich war schon immer dafür gemacht!

Am Tag, an dem ich mich für meinen eigenen Weg entschied, hatte ich eine 100% -Stelle als Kommunikations- und Eventmanagerin in einer Berner Agentur – und einen kugelrunden Schwangerschaftsbauch, der mir die Sicht auf meine Füsse nahm. Wenige Tage davor hatten ich und mein Mann Marco geheiratet. Der glänzende Ehering trug ich stolz an einer Kette um meinen Hals; in zirka einem Monat würde ich einen gesunden kleinen Jungen auf die Welt bringen. Ich freute mich auf die Zukunft mit meiner kleinen Familie. Sehr sogar!

 

Als mein Chef mich zu sich ins Büro rief, um mit mir nicht meine familiäre, sondern meine berufliche Zukunft zu besprechen, hatte ich mir darüber kaum Gedanken gemacht. Er machte mir ein sehr grosszügiges Angebot. Ich hätte mir meinen Prozentsatz aussuchen können. 20%, 40%, 60% – alles wäre möglich gewesen. Ich war dankbar, etwas gerührt sogar… Und lehnte spontan ab.

 

In der Agentur leitete ich grosse Projekte und auch wenn mir zugestanden wurde, dass ich das weiterhin dürfte: Ich konnte es einfach nicht. Ich hatte Ansprüche. In erster Linie an mich selbst. Dass ich mich in Teilzeit im gewohnten Rahmen um «meine» Projekte kümmern könnte, war schlicht utopitisch. Schon die Vollzeitstelle reichte kaum dazu aus, meinen Vorstellungen von Qualitätsarbeit gerecht zu werden. Ich bedankte mich bei meinem Chef, ging am Ende des Tages nachhause und legte meine schweren Schwangerschaftsbeine hoch.

 

So… Vierzehn Wochen nach der Geburt würde ich nun also ohne Job dastehen. Das fühlte sich gut an. Ich fühlte mich gut. So gut, wie man sich als Hochschwangere eben fühlen kann. Den einzigen Druck, den ich spürte, war der auf meine Blase. Dass ich mich gegen die Teilzeitstelle entschied, lag nicht an meinem Chef oder an der Agentur, in der ich arbeitete. Es lag nicht an den grossen Projekten, in die ich (freiwillig!) viele Überstunden investiert hatte. Es lag alleine an mir. Plötzlich spürte ich in meinem Innern nicht nur die Fusstritte unseres Babys, sondern auch ein Verlangen nach mehr. Ich wollte DIESE Stelle nicht. Und ich wollte auch keine andere. Was ich wollte, war Freiheit – für meine Familie. Aber auch für mich.

 

Ich habe schon immer selbständig und gerne gearbeitet. Neugier und Spass an der Weiterentwicklung haben mich ständig begleitet. Ich habe Teams, Redaktionen und Projekte geleitet. Ich habe eng mit Kunden und anderen Kreativen gearbeitet. Ging voran und riss andere mit. Mein Weg ging – ohne, dass ich es wusste – schon immer in die richtige Richtung. 2013 liess ich meine Agentur im Handelsregister eintragen. #ilovewhatido

*Ich bin ehrlich. Das ist nur zu 99% wahr: Am besten lädst du mich mal zum Essen ein. Mit umfangreichen Menükarten habe ich so meine Probleme… #QualderWahl

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